2020 war zweifellos eines der schwierigsten Jahre für uns alle, sowohl privat als auch beruflich. Insbesondere die Auswirkungen auf Branchen und Unternehmen waren enorm. Die finanziellen und Managementfähigkeiten zahlreicher Branchen sowie die Fähigkeit des Landes, Krisen effektiv zu bewältigen, wurden infrage gestellt.
Indien zählt zu den größten Textilexportländern der Welt. Die indische Textilindustrie trägt 7 % zur Wirtschaftsleistung und 2 % zum BIP des Landes bei und bietet über 45 Millionen Menschen Arbeit. Sie steuerte 15 % zu Indiens Exporterlösen bei. Die Stadt Tiruppur, auch bekannt als „Banian City“, ist ein bedeutendes Zentrum der Textil- und Strickwarenindustrie und produziert 90 % der gesamten Baumwollstrickwaren in Indien. Professionell ausgebildete Arbeitskräfte, moderne Produktionsanlagen und der unermüdliche Einsatz der Menschen sind die Grundlage für den enormen Erfolg der Textilindustrie dieser Stadt.
Tiruppur (heute ein eigener Distrikt) war eine relativ kleine Stadt im Distrikt Coimbatore in Tamil Nadu. Fast die Hälfte der Bevölkerung kam aus den Nachbarstädten, um in der boomenden Textilindustrie zu arbeiten. Die überwiegend landwirtschaftlich geprägte Stadt begann in den 1970er Jahren, dank einer Zusammenarbeit mit einem italienischen Cluster, die Chancen des Exportmarktes zu nutzen. Der Aufschwung der Textilindustrie führte zu einem engmaschigen Netzwerk kleiner Betriebe. Infolgedessen erlangte die Textilindustrie der Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten internationale Anerkennung. Europa, die USA und Länder im Pazifikraum begannen, Stoffe aus der indischen Textilindustrie zu importieren und rückten Indien damit in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit.
Die Textilindustrie von Tiruppur ist stark exportorientiert. Üblicherweise werden 60 % der Waren exportiert, der Rest geht auf den Inlandsmarkt. Heute gibt es in Tiruppur über 10,000 Bekleidungsfabriken mit mehr als 600,000 Beschäftigten. Die Stadt verfügt über eine enorme Produktionskapazität: Die Anzahl der Produktionsstätten ist doppelt so hoch wie im gesamten Land Bangladesch, das nur etwa 4 Bekleidungsfabriken zählt.
Die Textilindustrie von Tiruppur erlitt während der Pandemie ihren schwersten Einbruch mit einem geschätzten Verlust von rund 2,400 Milliarden Rupien allein in den ersten Monaten des Lockdowns. Mehrere internationale Marken wie MotherCare und Forever 21, die zu den wichtigsten Exporteuren der Stadt zählten, meldeten während der COVID-Pandemie Insolvenz an, was die Wirtschaft massiv beeinträchtigte. Obwohl die Branche mit zahlreichen Herausforderungen wie Auftragsmangel, Kostensenkungsmaßnahmen, Rohstoffknappheit, Arbeitslosigkeit, Steuererhöhungen usw. zu kämpfen hatte, glaubten die Bekleidungshersteller fest daran, dass dies nur eine vorübergehende Phase sei und die Stadt ihrem Beinamen „Dollar City“ alle Ehre machen würde. Tiruppur verdankt diesen Namen seinen Tausenden von exportorientierten Strumpfwarenfabriken und Millionen von Wanderarbeitern.
Nach dem Lockdown wurden rund 1000 Produktionsbetriebe mit nur 20–25 % ihrer Belegschaft wiedereröffnet. Zunächst verschickten sie Muster für die kommende Saison, um ihre Geschäfte wieder in Gang zu bringen. Das unmittelbare Ziel war nicht, Verluste zu vermeiden, sondern das Überleben der Industrie zu sichern. Die Bezirksverwaltung bildete ein Team von Beamten, das die Betriebe überwachte, um die Einhaltung der Covid-Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Mit der Erholung des Geschäfts stiegen schließlich auch die Belegschaft und die Produktion in den Betrieben. Diese passten sich schnell der Situation an und stellten Gesichtsmasken her, da diese weltweit zu den gefragtesten Gütern zählten. Dies trug dazu bei, den Umsatz anzukurbeln und die Stadt wieder international ins Rampenlicht zu rücken.
Die Bekleidungshersteller prognostizieren für das vierte Quartal (Oktober bis Dezember) einen Exportanstieg von 15 Prozent – eines der besten Quartale aller Zeiten. Zu den Hauptgründen für diesen Aufschwung zählen die hohe Nachfrage, der Boykott chinesischer Produkte und Dienstleistungen (China ist der weltweit größte Textilproduzent und -exporteur), der günstige Eurokurs und die bemerkenswerte Erholungs- und Anpassungsfähigkeit der Branche. Nicht nur die Exporte, sondern auch die Inlandsnachfrage steigt massiv an, sodass sie Prognosen zufolge bald das Exportniveau erreichen könnte. Für das vierte Quartal wird ein Wertzuwachs von 10 Prozent für die Textilindustrie in Tiruppur erwartet.
Tiruppur ist die siebtgrößte Stadt in Tamil Nadu und eine der am schnellsten wachsenden Städte des Bundesstaates. Cotton Monk ist stolz darauf, Teil dieser Strickwarenhauptstadt zu sein, die über 10,000 Bekleidungshersteller beheimatet. Die Stadt hat hart gearbeitet, um sich auf dem internationalen Textilmarkt zu etablieren, und wir sind stolz darauf, zu den Akteuren dieser Branche zu gehören. Tiruppurs Textilindustrie ist ein lebendiges Beispiel dafür, dass wahre Leidenschaft und harte Arbeit durch nichts gebrochen werden können. Nicht einmal eine Pandemie!



